Herrenuhren haben eine eigene Funktion
Die ersten Herrenuhren, die sich in Gebrauch befanden, waren Taschenuhren. Zu den Zeiten dieser Uhrenmode war es üblich, dass Männer Westen trugen, die natürlich auch eine Uhrentasche hatten. Oft waren diese Taschenuhren ausgefallen gestaltet und konnten größtenteils mit einem Uhrendeckel verschlossen werden. Die erste Taschenuhr stammt aus dem Jahr 1510 und so zog sich diese Uhrenmode durch mehrere Jahrhunderte – und war sicher auch hier zunächst auf höhergestellte gesellschaftliche Schichten beschränkt. Die Taschenuhr galt jedoch auch schon immer als beliebtes Jubiläumsgeschenk – so erhielten viele Männer von den Betrieben, in denen sie beschäftigt waren, eine gravierte Taschenuhr, wenn sie auf eine lange Betriebszugehörigkeit zurückblicken konnten.
Erst in den Zeiten des ersten Weltkrieges wurde die Armbanduhr für Männer interessant, da sie im Schützengraben an der Front weitaus praktischer war, als eine Taschenuhr. Nicht zuletzt hierdurch erfuhr die Armbanduhr für Männer auch eine wichtige Weiterentwicklung wie den Einsat
z von Leuchtzeigern und die Sicherung gegen das Eindringen von Feuchtigkeit.
Auch Flieger benutzten zur Wende ins 20. Jahrhundert bevorzugt Armbanduhren, denn sie waren aufgrund spärlicher Instrumentierung der Flugzeuge auch auf präzise Zeitmessung angewiesen. Der Flugpionier Santos ließ sich deshalb vom Franzosen Louis Cartier eine Fliegeruhr entwerfen – die Cartier Santos – die bis heute als erste Herrenarmbanduhr gilt.
Die Quarzuhr hielt auch in der Männerwelt zur gleichen Zeit Einzug wie bei den Damen. Die ersten Modelle waren sehr groß und nicht wirklich schick zum Anzug zu tragen. Daher wurde sie eher in den sportlichen Bereichen bevorzugt, zumal Quarzuhren auch über Funktionen wie Beleuchtun
g und Zeitnahme verfügten. Heute jedoch finden wir auch in der Herrenuhrmode eher das traditionelle Modell mit Zeigern und Zifferblatt.
